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EIN NASSER HUND

Authentischer, radikaler Blick in das harte Milieu von Berliner Straßengangs

Die sehenswerte Verfilmung des autobiografischen Romans von Arye Sharuz Shalicar durch Damir Lukacevic erzählt die Geschichte des jüdischen Jungen Soheil, der, um sich einer muslimischen Gang anschließen zu können, seine jüdischen Wurzeln verleugnet. Mit seinem Mut zur Ambivalenz und einer radikal ehrlichen Erzählweise ist „Ein nasser Hund“ eine authentische und zugleich spannende Milieustudie, die vor allem durch die jungen Darsteller und Darstellerinnen, die sehr glaubwürdig und intensiv agieren, so lebendig wirkt.


Soheil ist ein junger Jude aus dem Iran, der mit seinen Eltern nach Berlin-Wedding zieht. Doch niemand ist unter den dort lebenden Moslems so verhasst wie ein Jude. Als Soheil sich einer arabischen Jugendgang anschließt und in ein türkischstämmiges Mädchen verliebt, ist ihm zuerst gar nicht klar, wie gefährlich seine Position zwischen den Fronten dadurch wird. Der Umgang innerhalb der Gang und die Auseinandersetzung mit verfeindeten Gruppen lässt fast einen dokumentarischen Eindruck entstehen und die Geschehnisse sind so dicht erzählt, dass man der Story gefesselt folgt.


Pressestimmen:

„... das beeindruckende Kinodebüt von Damir Lukacevic [wird] buchstäblich von Minute zu Minute spannender und behält bei aller Dramatik seine leichte, lockere Erzählweise.“ (programmkino.de)



Land: D 2020; Länge: 103 Min.; Regie: Damir Lukacevic

Darsteller: Doguhan Kabadayi, Mohammad Eliraqui u.a.